Dominique

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Photo credit: carla hustedt

12,563 km von Zuhause entfernt
"Um zu verstehen, dass ich Lateinamerikanerin bin musste ich mein Land verlassen."
Dominique
Beschäftigung: 
Lawyer
Derzeitiges Aufenthaltsland: 
Deutschland
Herkunftsland: 
Chile

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„Ich heiße Dominique und komme aus Chile, aus der Küstenstadt Valparaiso.“ „Ich habe Jura studiert und für 5 Jahre für die Chilenische Regierung als Anwältin gearbeitet. Ursprünglich habe ich mich für Jura entscheiden, weil ich die Welt verändern wollte. Ich habe jedoch schnell realisiert, dass das der naive Gedanke einer 17 Jährigen war. Doch ich habe auch gesehen, dass ich, selbst wenn ich die Welt nicht verändern kann, einen Beitrag dazu leisten kann, dass sie ein bisschen besser wird.“

„In meinem alten Job konnte ich das aber nur sehr begrenzt. Als Jurist hat man manchmal eine sehr beschränkte Sicht auf die Dinge. Man fragt sich nicht: Ist das richtig oder falsch? Es geht immer nur um die Frage „legal oder illegal?““ „Ich musste einfach raus aus den Gerichtssälen und andere Denkweisen kennenlernen. Im März 2014 bin ich daher nach Berlin gekommen um hier Public Policy zu studieren und meine beruflichen Möglichkeiten zu erweitern.“ „Der Traum die Welt zu einem besseren Ort zu machen lebt noch immer in mir, in Zukunft möchte ich gerne für eine NGO im Menschenrechtssektor arbeiten. Am liebsten zu Frauen- und Kinderrechten.“

„Als ich in Berlin angekommen bin, hat sich angefühlt wie in einer neuen Beziehung. Am Anfang ist man einfach nur begeistert. Man denkt sich „Oh mein Gott, das hier ist ein Traum. Das Paradies“. Und dann, Stück für Stück fängt man an die kleinen Details zu sehen, die dann doch nicht so schön sind. Aber man bleibt. Denn man hört nicht auf den Ort zu lieben. Man bekommt nur ein etwas realistischeres Bild. Ich denke, ich bin jetzt in einer stabilen Beziehung mit Berlin. Ich würde gerne heiraten, aber mal sehen wie sich die Dinge entwickeln.“

„Um zu verstehen, dass ich Lateinamerikanerin bin musste ich mein Land verlassen. Das ist das Problem unseres Kontinents. Wir sind uns so ähnlich und achten aber so viel auf die kleinen Unterscheide.“ „Was ich von Zuhause am meisten vermisse sind meine Großeltern. Sie haben mich adoptiert und sind somit wie meine Eltern. Ich habe aus Chile ein Bild mitgenommen, welches meine Großmutter gemalt hat. Es zeigt eine Straße in Valparaiso. Als mein Großvater es gesehen hat meinte er „Hey, das ist die Straße in der ich aufgewachsen bin“. Meine Großmutter wusste das nicht, aber hat zufällig genau diese eine Straße gemalt. Niemand konnte es erklären. Die beiden, das ist eine „legendary love“."

 

Story by Carla Hustedt

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