Havva

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Photo credit: Carla Hustedt

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"Umso mehr ich zurückgeben konnte, umso mehr habe ich mich Zuhause gefühlt."
Havva
Beschäftigung: 
Heilpraktikerin
Derzeitiges Aufenthaltsland: 
Deutschland
Herkunftsland: 
Türkei

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„Ich heiße Havva, bin in der Türkei, in Ankara geboren und habe bis zu meinem 13 Lebensjahr da gelebt. 1970 bin ich zu meiner Mutter nach Berlin gezogen.“ „Schon mein ganzes Leben lang war ich eine Art Brücke zwischen Türken und Deutschen. Im Krankenhaus war ich nicht nur Krankenschwester sondern auch Dolmetscherin. In der Schule war ich Elternvertreterin und habe Elternabende auf Türkisch veranstaltet.“ „Schon immer lag es mir sehr den Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Als Kind war mir daher bereits klar, dass ich Krankenschwester werden wollte. Meine Mutter meinte, dass das hier in Deutschland viel zu schwer wäre und dass ich das nicht schaffen könnte. Aber ich habe mich durchgesetzt. Am Ende habe ich insgesamt fast 20 Jahre als Krankenschwester gearbeitet. Nebenbei habe ich zwei Kinder großgezogen.“
„Doch irgendwann wurde ich schwer krank. Die Ärzte hatten mir davon abgeraten weiter arbeiten zu gehen und meinten man könnte mich nicht heilen. Weil meine Krankheit für die Schulmediziner unheilbar war, bin ich selber auf Suche gegangen. Mit Hilfe von Akupunktur, einer Umstellung meiner Ernährung und Entgiftungen wurde es dann Stück für Stück besser und mein Interesse an Naturheilkunde war geweckt. Ich fühlte mich mental gestärkt und wollte über diese Dinge lernen. Also habe ich parallel zur Arbeit eine Heilpraktiker Ausbildung angefangen.“

„Seit 1995 arbeite ich Vollberuflich als Heilpraktikerin seit ein paar Jahren habe ich eine eigene Praxis. Ich arbeite sehr gerne in diesem Beruf und bin sehr dankbar gegenüber meinen Patienten, die mir ihr Vertrauen schenken.“ „Nebenbei engagiere ich mich außerdem im Nachbarschaftsheim Schöneberg, mittlerweile seit 25 Jahren. Ich bin Mitglied des ehrenamtlichen Vorstandes. Wir füllen die sozialen Lücken, die der Staat und der Bezirk nicht abgedeckt bekommen. Diese Arbeit ist ein Zeichen meiner Dankbarkeit an die Gesellschaft in der ich lebe. Und umso mehr ich zurückgeben konnte, umso mehr habe ich mich Zuhause gefühlt. Wenn wir die Menschen, die neu nach Deutschland kommen integrieren wollen, sind Deutschkenntnisse wichtig, aber vor allem müssen die Menschen eine Aufgabe bekommen.“

 

Story by Carla Hustedt

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