Huong

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9,352 km von Zuhause entfernt
#iamamigrant
"Ich habe nach Deutschland Hoffnung mitgebracht und die Unschuld Dinge anzuschauen und sie so zu nehmen, wie sie sind."
Huong
Beschäftigung: 
KÜnstlerin
Derzeitiges Aufenthaltsland: 
Deutschland
Herkunftsland: 
Viet Nam

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„Ich kam genau am letzten Tag des Jahres 1996 nach Deutschland. Wir waren von Vietnam nach Ungarn geflogen und dann zu Fuß weitergezogen. Die Reise war krass, wir sind nachts 6 Stunden durch den Schnee gewandert, bis wir die Grenze überquerten. Mir war kalt und ich hatte Hunger. Die Reise war aber noch nicht zu Ende. Über Wege, durch Sträucher und Tunnel sind wir letztlich in einem Haus gelandet, wo man auf uns wartete.“

„Ich war 10 Jahre alt und überrascht. Niemand hatte mir so richtig erklärt, wo wir hingehen würden. Meine Mutter sagte nur, dass wir auf eine Reise gehen, aber nicht wie besonders und anstrengend diese Reise sein würde. Dabei war geplant, dass wir zu meinem Vater gehen, der schon fünf Jahre vorher nach Deutschland gegangen war.“

„Unsere Ankunft in Deutschland war dabei schon der zweite Versuch, von Ungarn aus dorthin zu gehen. Beim ersten wurden wir geschnappt und landeten im Gefängnis. Meine Mutter hat viel geweint, aber letztlich haben wir es geschafft.“

„All diese Erfahrungen haben mich stark gemacht und sind ein Teil meiner Geschichte.“ „Nach einigen Wochen fing ich an, in die Schule zu gehen. Der erste Schultag war krass, ich war nervös und konnte kein Deutsch. Aber die anderen Kinder in dieser ersten Schule waren toll. Sie haben mich offen und herzlich aufgenommen.“

„Ein Schlüsselmoment war für mich ein Gespräch mit einer Freundin, einige Monate nachdem ich angekommen war. Ich wollte ihr sagen, dass ich einen Jungen aus unserer Klasse mag, aber ich konnte es einfach nicht ausdrücken. Da war mir klar: Ich muss diese Sprache so schnell wie möglich lernen, ich will verstanden werden. Ab da wurde die deutsche Sprache ein Teil von mir.“

„Ich habe nach Deutschland Hoffnung mitgebracht und die Unschuld Dinge anzuschauen und sie so zu nehmen, wie sie sind. Ich habe eine gewisse Offenheit neuen Situationen gegenüber. Zugleich musste ich mich aber auch mehr durchbeißen, deswegen habe ich mehr Kampfgeist in mir, um Dinge umzusetzen, die mir wichtig sind. So setze ich mich zum Beispiel für Kinderprojekte ein.“

„Für mich ist Vietnam immer noch Heimat. Deswegen werde ich im nächsten Jahr einige Monate dort verbringen. Ich sehe das aber nicht als Rückkehr, sondern als Teil meiner Reise durch das Leben.“

Dies ist ist eine geschichte von Christine Strotmann. 

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