Lokman

Primary tabs

Foto: Peter Käser

2,699 km von Zuhause entfernt
#iamarefugee
„Mein Traum ist, dass alles nur ein Traum war und alles noch so ist wie vorher.“
Lokman
Beschäftigung: 
Lehrer
Derzeitiges Aufenthaltsland: 
Deutschland
Herkunftsland: 
Syrien, Arabische Republik

Teile diese Geschichte:

„Vor dem Krieg war alles wunderbar in Syrien. Man musste vor nichts Angst haben. Man konnte problemlos reisen und wurde nirgends kontrolliert.“

"Mit dem Krieg hat sich alles verändert. Alles wurde teurer, es gab keine Arbeit mehr und bei allem was man tut muss man sehr vorsichtig sein. Immer wieder wird man von bewaffneten Männern kontrolliert. Oft weiß man nicht, wer sie sind und zu welcher Organisation sie gehören. Sie sagen einfach, sie seien die Chefs hier. Man wird gefragt woher man kommt und wohin man gehen möchte."

„Manche sagen, man müsse uns Kurden umbringen, nur weil wir Kurden sind. Aber ich kann nichts dafür, dass ich Kurde bin. Nirgends im ganzen Koran steht, dass man Kurden umbringen müsse.“

„Heute wird geraubt, zerstört und gemordet, das reinste Chaos. In den Straßen sieht man geköpfte Menschen liegen. Kannst du dir das vorstellen? Es ist so schwierig das alles auszuhalten.“

„Zuerst ging ich in die Türkei und wollte dort bleiben. Ich bin jung und kann arbeiten. Das Leben dort ist aber sehr schwierig. Wenn ich erwähnte, dass ich Kurde aus Syrien sei, befürchteten die Leute, dass ich ein Terrorist bin und dass ich Gefahr und Unruhe ins Land bringen könnte. Ich erlebte große Ablehnung. So habe ich mich entschlossen nach Deutschland weiter zu reisen.“

„Als ich in Deutschland ankam, hat mich die Polizei empfangen. Alle waren freundlich zu mir. Sie haben mir gesagt, dass man mir helfen könne. Das ist der Unterschied zwischen hier und muslimischen Ländern. Früher gab es auch in den arabischen Ländern eine große Gastfreundschaft. Man war in diesen Ländern willkommen. Man konnte dort auch arbeiten. Aber jetzt heißt es in diesen Ländern, dass wir Syrer nicht willkommen seien.“

„In allen christlichen Ländern Europas sind wir willkommen, nicht aber in den islamischen Ländern. Das ist heute leider der Unterschied.“

„Mein Traum ist, dass ich eines Morgens aufwache und merke, dass all das Schreckliche, was gerade in Syrien passiert, nur ein Traum war und in Wirklichkeit noch alles so ist wie vorher.“

 

Notiert und fotografiert von Peter Käser, www.peterkaeser.ch

Related Sustainable Development Goal(s):

 

https://together.un.org            http://usaim.org/            https://sustainabledevelopment.un.org