Natalia

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2,557 km von Zuhause entfernt
„Als Migrant ist es wichtig ein persönliches Ziel zu haben und sich voll dafür einzusetzen.“
Natalia
Beschäftigung: 
Wirtschaftswissenschaftlerin
Derzeitiges Aufenthaltsland: 
Deutschland
Herkunftsland: 
Russische Föderation

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„Meine Heimatstadt Cheboksary ist sehr schön, sehr grün, aber ich wollte unbedingt in einer renommierten Universität in Moskau studieren. Deshalb bin ich dorthin gezogen. Nach dem Studium hatte ich eine interessante und gut bezahlte Arbeit. Aber dann habe ich auf einer Geschäftsreise in Mailand einen Italiener kennen gelernt und später geheiratet. Danach bin ich zu ihm nach Italien gezogen und habe sechs Jahre dort gelebt.“

„Bei der Arbeitssuche in Italien habe ich nur meinen Bachelor gezeigt, denn mit dem Master hätten sie mir mehr Lohn zahlen müssen, was die Stellensuche erschwert hätte.“

„Vor eineinhalb Jahren haben wir uns entschieden nach München umzuziehen. Hier habe ich eine Arbeite als Projektmanagerin gefunden. In dieser Firma habe ich nur Englisch gesprochen. Trotzdem habe ich gedacht, dass ich auch Deutsch lernen sollte. Deshalb besuchte ich zur Zeit einen Intensiv-Deutschkurs.“

„In Moskau denkt man immer an die Arbeit, man will mehr arbeiten und mehr verdienen um sich persönliche Wünsche finanzieren zu können. In Italien sind die Leute entspannter. Man nimmt sich bei der Arbeit Zeit um einen Kaffee zu trinken und zum Mittagessen trinkt man sogar Wein. Das war für mich eine Überraschung. Denn in Russland trinkt man tagsüber nie Alkohol, nur am Abend oder am Freitag und Samstag.“

„In Russland denkt man, dass alle Deutschen verschlossen und unfreundlich seine und dass sie nie lachen. Ich habe das aber überhaupt nicht so erlebt. Die Deutschen sind freundliche und reden gerne. Hier habe ich viele Kontakte mit Deutschen und Ausländern. Die Mitarbeiter in meiner Firma sind total nett und hilfsbereit. Viele davon sind nun meine Freunde.“

„Leider sind die deutschen Männer nicht so charmant wie die Italiener, hier bekommt man keine Komplimente. Die deutschen Männer sind verschlossener, auch wenn sie eine Frau mögen sagen sie nichts.“

„Als Migrant ist es wichtig ein persönliches Ziel zu haben und sich voll dafür einzusetzen. Auch ist es wichtig im Gastland nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Ich selber konnte hier schon meine Fachkenntnisse, die ich in Russland erworben habe, einbringen. Nun kann ich auch noch meine Sprachkenntnisse in Russisch, Italienisch, Englisch und Deutsch einsetzen.“

„Mein Traum ist es eine Tanzschule verbunden mit einem Café zu führen. Dies soll ein Ort sein an dem man seine Sprachkenntnisse anwenden und verbessern kann.“

 

Notiert und fotografiert von Peter Käser, www.peterkaeser.ch

Previous Country of Residence: 
Italien

Foto: Peter Käser

Related Sustainable Development Goal(s):

 

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